Freitag, 21. Juni 2024

Rhodos 2024: Abenteuer im Jacob's Canyon

Das Wetter bleibt in der zweiten Woche immer noch schön, wenn auch sehr stürmisch. Wir beschliessen, gleich noch einmal in die Berge zu fahren und wollen der Jacob's Canyon im Westen erkunden. In den Onlineforen erfahren wir, dass nach nur gerade 100 Metern Strecke eine hohe Felsstufe folgen würde, welche man überklettern müsste. So wissen wir leider nicht, wie das mit Carmen klappen würde.

Als wir loswandern ist das Meiteli hochmotiviert und wir steigen auf den schön geschichteten, bunten Felsen wie über Treppenstufen hoch. Carmen ist begeistert. Doch schon bald erfolgt die grosse Enttäuschung. Der Flusslauf endet in einem Kessel. Man müsste nun eine zirka 8 Meter hohe Felsstufe mit einem fix angebrachten Seil hochklettern. Ich (Stef) beschliesse, das vorerst mal erkunden zu gehen und stelle sofort fest, dass die Sache mit dem Seil gar nicht praktisch ist. Dennoch erreiche ich nach einiger Kraxlerei die obere Ebene und wandere etwa einen Kilometer weit in den wunderschönen, trockenen Canyon hinein. Immer wieder gilt es kleine Felsstufen zu überklettern. Bald kehre ich um, dass meine Frauen nicht zu lange auf mich warten müssen. Dabei entdecke ich, dass es links der Seilstelle eine viel einfachere Passage gibt, bei welcher man einfach von Stufe zu Stufe klettern kann. Siehe Bild.

Die Enttäuschung bei Carmen ist riesig und sie lässt die Mundwinkel hängen. Da beschliessen wir, es trotzdem mit ihr zu versuchen. Gut behütet und vorsichtig hieven wir sie von Stufe zu Stufe und staunen, wie konzentriert sie klettert. Bald haben wir die Felsstufe problemlos geschafft und wandern zu dritt tiefer in die Schlucht hinein. Ein richtig spannendes Abenteuer. Carmen klettert mühelos über kleinere Stufen und hat einen Riesenspass dabei. Wir müssen schauen, dass wir mithalten können!

Nach etwa 1,5 Kilometern beschliessen wir am, Schatten zu Picknicken und dann umzukehren. Carmen möchte gerne noch weiterwandern, aber wir wissen nicht, wie lange ihre Energiereserven anhalten. Schlussendlich müssen wir sie regelrecht zur Umkehr nötigen. Man könnte hier noch eine schöne Rundwanderung machen, aber diese wäre definitiv zu weit für das 5jährige Mädchen, selbst wenn sie wirklich eine "Bergmaus" ist.

Nach einigen schönen Kraxlereien und über 3 Stunden stehen wir überglücklich wieder beim Parkplatz und sind stolz auf unser kleines Energiebündel. Sie hat bei Grossvati am Fuchsenstein wirklich enorm viel gelernt. Der Jacob's Canyon ist ein optimaler Tummelplatz um ewas Energie zu verbrauchen und bietet viele malerische Stellen, mit schönen knorrigen Bäumen oder Glockenblumen. Da kommen wir gerne mal wieder...

English
The The weather remains fine in the second week, albeit very stormy. stormy. We decide to head into the mountains again straight away and want to explore Jacob's Canyon in the west. In the online forums forums we learn that after just 100 meters there is a high rock step rock step would follow, which would have to be climbed over. So we don't know how that would work out with Carmen.

When we set off on our hike, Meiteli is highly motivated and we climb up the beautifully layered, colorful rocks as if on steps. Carmen is thrilled. But we are soon disappointed. The course of the river ends in a basin. We now have to climb up a rock step about 8 meters high with a fixed rope. I (Stef) decide to explore this for the time being and immediately realize that the rope is not practical at all. Nevertheless, after a bit of scrambling, I reach the upper level and hike about a kilometer into the beautiful, dry canyon. There are always small rock steps to climb over. I soon turn back so that my wives don't have to wait too long for me. I discover that there is a much easier passage to the left of the rope section, where you can simply climb from step to step. See picture.

Carmen is hugely disappointed and the corners of her mouth droop. So we decide to give her a try anyway. Well protected and careful, we heave her from step to step and are amazed at how concentrated she climbs. Soon we have managed the rock step without any problems and the three of us hike deeper into the gorge. A really exciting adventure. Carmen climbs effortlessly over the smaller steps and has great fun. We have to make sure we can keep up!

After about 1.5 kilometers, we decide to have a picnic in the shade and then turn back. Carmen would like to carry on walking, but we don't know how long her energy reserves will last. In the end, we have to force her to turn back. We could do a nice circular hike here, but it would definitely be too far for the 5-year-old girl, even if she really is a "mountain mouse".

After a few nice scrambles and over 3 hours, we are overjoyed when we get back to the parking lot and are proud of our little bundle of energy. She has really learned a lot from Granddad at Fuchsenstein. Jacob's Canyon is the perfect place to burn off some energy and offers many picturesque spots with beautiful gnarled trees and bluebells. We'd love to come back again...


















Freitag, 14. Juni 2024

Rhodos 2024: Auf dem Attavyros, über den Wolken

In der zweiten Ferienwoche zeigt sich das Wetter zum Glück wieder von einer freundlicheren Seite. Wir nutzen die Gelegenheit, um gegen Westen zu fahren, in den bewaldeten, gebirgigen Teil von Rhodos. Das Ziel ist der Attavyros, der höchste Berg der Insel (1'215m).

Nachdem wir die richtige Abzweigung sofort gefunden haben, steigt das Strässchen durch lichten Wald hoch. Schon bald entdecken wir am Strassenrand einige kleine Orchideen. Sofort steigen wir aus und bewundern diese in diesem Jahr so raren Schönheiten. Zu unserer Freude ist sogar noch eine Gelbe Ragwurz dabei. All die anderen, sonst so zahlreich blühenden Orchideen sind in diesem Jahr der frühen Hitze und Trockenheit zum Opfer gefallen.

Weiter geht es an schönen Aussichtspunkten hoch bis zur Baumgrenze, wo der gelbe Ginster blüht. Die Route wird nun zu einer rauen, ausgewaschenen Schotterpiste. Wir müssen immer wieder anhalten, um die herrlichen Ausblicke zu geniessen. Hübsche, blütenweisse Wölklein verzieren den Himmel und ostwärts entdecken wir immer mehr kleine Nachbarinseln. Man möchte gleich loswandern. Die Sicht ist an diesem Tag perfekt. Nun sind wir jedoch richtig froh um unseren geländetauglichen Wagen, denn von den tiefen Furchen in der Strasse werden wir gehörig durchgeschüttelt, bis wir den Sattel erreichen, bei den markanten Windkraftanlagen. Bis hier haben die meisten Autofahrer bereits aufgegeben, aber als Bergler sind wir uns solches mehr als gewohnt. Hier kommen wir plötzlich wieder auf Hartbelag, welcher uns bis auf den Gipfel führt. Die Landschaft besteht nun nur noch aus wunderschönen, hellen Felsen, durchsetzt mit uralten, freistehenden Ölbäumen. Sie sind deutlich von Wind und Wetter geformt.

Oben auf dem Gipfel angekommen, bei der Kugel des Flugsicherungsradars und dem uralten Tempel des Zeus, erwartet uns wiederum ein kalter Wind. Wir können jedoch fast die ganze Insel überblicken und erkennen am Horizont sogar noch die weiss leuchtenden Schneeberge der Türkei. Was für eine Pracht, Stille und Einsamkeit! Nach einem kurzen Picknick besuchen wir noch einen der uralten, knorrigen Bäume, bevor wir uns überglücklich auf den Rückweg machen. Mit unserem Wagen holpern wir das Strässchen hinunter, als bestünde es aus lauter Treppenstufen. Carmen hat dabei natürlich einen Mordspass.

Unten auf der Hauptstrasse raten uns zwei freundliche, einheimische Frauen noch, wir sollten doch die wunderschöne Küste von Glifada besuchen. Wir können uns zwar fast nur mit Händen und Füssen verständigen, aber irgendwie versteht man einander immer. Gesagt, getan. Später gönnen wir uns dann noch ein erfrischendes Bad in der kleinen Bucht von Kopria. Hier ist die See ruhig und das Wasser schön warm. Zudem sind wir zu dieser Jahreszeit beinahe alleine. Was für ein abwechslungsreicher, spannender Ferientag, welcher wir mit einem schmackhaften, griechischen Abendessen krönen!

English
In the second week of the vacation, the weather fortunately shows a friendlier side again. We take the opportunity to drive towards the west, into the wooded, mountainous part of Rhodes. Our destination is Attavyros, the highest mountain on the island (1,215m).

After immediately finding the right turn-off, the little road climbs up through sparse forest. We soon discover some small orchids at the side of the road. We immediately get out and admire these beauties, which are so rare this year. To our delight, there is even a yellow orchid. All the other orchids, which usually bloom so abundantly, have fallen victim to the early heat and drought this year.

The route continues past beautiful viewpoints up to the tree line, where the yellow broom is in bloom. The route now becomes a rough, washed-out gravel track. We have to stop again and again to enjoy the magnificent views. Pretty, flowery white clouds adorn the sky and eastwards we discover more and more small neighboring islands. You want to start hiking right away. The visibility is perfect on this day. But now we are really glad of our off-road vehicle, because the deep ruts in the road really shake us up until we reach the saddle by the distinctive wind turbines. By this point, most drivers have already given up, but as mountain people we are more than used to this. Here we suddenly come to a hard surface again, which leads us to the summit. The landscape now consists only of beautiful, light-colored rocks, interspersed with ancient, free-standing olive trees. They are clearly shaped by wind and weather.
Once we reach the top, near the air traffic control radar sphere and the ancient temple of Zeus, we are again greeted by a cold wind. However, we can see almost the entire island and can even make out the gleaming white snowy mountains of Turkey on the horizon. What splendor, silence and solitude! After a short picnic, we visit one of the ancient, gnarled trees before we set off back, overjoyed. We bump down the little road in our car as if it were made up of steps. Carmen, of course, has a blast.

Down on the main road, two friendly local women advise us to visit the beautiful coast of Glifada. We can only communicate with our hands and feet, but somehow we always understand each other. No sooner said than done. Later, we treat ourselves to a refreshing swim in the small bay of Kopria. The sea here is calm and the water is nice and warm. What's more, we are almost alone at this time of year. What a varied, exciting day's vacation, which we crown with a delicious Greek dinner!


















Freitag, 7. Juni 2024

Rhodos 2024: Unendlich viel Sand in Agios Giorgios

Während sich das Wetter in unserer ersten Ferienwoche leider nicht sehr freundlich zeigt, nutzen wir die Gelegenheit, um dem im Süden gelegenen, einsamen Strand Agios Georgios zweimal einen Besuch abzustatten. Der weitläufige Strand mit seinem wunderbar feinen Sand ist mit einem geländetauglichen Auto gut erreichbar. Vom Parkplatz führt ein kleiner Fussweg direkt ans Meer. 

Zwei Dinge fallen sofort auf: einerseits ist der Strand leider sehr stark von Schwemmgut verschmutzt, andererseits trifft man hier im Frühling beinahe keinen Menschen an. Bald einmal merken wir auch, dass es hier viele Herzmuscheln und Schneckenhäuser zum Sammeln gibt. Da keimt doch gleich das Sammlerfieber in uns. Trotzdem sind wir etwas traurig über die Tatsache, dass die Kinder heute am Strand eher Plastik als Muscheln finden. Carmen ist natürlich auch sofort begeistert vom feinen Sand und beginnt im Beisein von ihrem Plüschhasen, Punti, eine schöne Sandburg mit "Matschbäumchen" zu bauen. Vom Meer her rollen hohe Wellen an, da es im Süden zu dieser Jahreszeit meistens sehr stürmisch ist. Das Rauschen ist eine Wohltat für die Ohren und die Luft duftet würzig vom Gischt. Das Meer selbst sieht eigentlich recht sauber aus, aber die dunklen Ölflecken an Füssen und Kleidern zeigen uns leider den wahren, traurigen Zustand der Ägäis. Trotzdem geniessen wir die Aufenthalte sehr und nehmen uns viel Zeit zum spazieren und Muscheln sammeln. Lohnenswert ist es hier ebenfalls, die etwas weiter hinten gelegenen Dünen zu erklimmen, von welchem man einen schönen Ausblick über den ganzen, langen Strand hat.

Hier im Süden wäre eigentlich Orchideenland, doch diesmal haben wir kein Glück: zu heiss war es im März und zu lange trocken. Nicht eine Ragwurz-Blume ist zu finden. Dafür ist das Meer jedoch schon herrlich warm. Eine kleine Entschädigung.

English
While the weather is unfortunately not very friendly during our first week of vacation, we take the opportunity to pay two visits to the secluded Agios Georgios beach in the south. The extensive beach with its wonderfully fine sand is easily accessible with an off-road car. A small footpath leads from the parking lot directly to the sea. 

Two things are immediately noticeable: on the one hand, the beach is unfortunately very dirty with floating debris, and on the other hand, there are almost no people here in spring. We soon notice that there are lots of cockles and snail shells to collect here. This immediately gives us collector's fever. Nevertheless, we are a little saddened by the fact that the children are more likely to find plastic than shells on the beach today. Of course, Carmen is also immediately enthusiastic about the fine sand and starts to build a beautiful sandcastle with a “mud tree” in the presence of her cuddly bunny, Punti. High waves roll in from the sea, as it is usually very stormy in the south at this time of year. The sound is a treat for the ears and the air smells spicy from the spray. The sea itself actually looks quite clean, but the dark oil stains on our feet and clothes unfortunately show us the true, sad state of the Aegean. Nevertheless, we really enjoy our time here and take plenty of time to walk around and collect shells. It is also worth climbing the dunes a little further back, from where you have a beautiful view over the entire long beach.

Here in the south, it would actually be orchid country, but this time we have no luck: it was too hot in March and too dry for too long. Not a single ophrys flower to be found. But the sea is already wonderfully warm. A little compensation. 












Donnerstag, 6. Juni 2024

Rhodos 2024: Vom glasklaren Meer und der Burg bei Haraki

Im Osten von Rhodos hat es uns die Gegend um Haraki (Charaki) besonders angetan. Das in einer geschützten Bucht gelegene Dörflein mit seinem hellen Kieselstrand, lädt zum Verweilen und Baden ein, aber auch der markante Burghügel ist eine interessante Sache. Mit der kleinen Carmen steigen wir zweimal zur riesigen Ruine hoch. Die Anlage muss ja einst gewaltig gewesen sein. Gut sind noch einzelne Zisternen und mächtige Mauern sichtbar. Von hier oben bietet sich aber auch ein prächtiger Ausblick auf das Dörflein und den nördlich gelegenen Strand Aghati (golden Beach). Selbst die Berge der nahe gelegenen Türkei sind eindrücklich zu erkennen.

Nach der abwechslungsreichen Kraxlerei auf den Hügel, gönnen wir uns ein Bad am goldenen Strand. Das Wasser ist hier besonders seicht und warm. Genuss pur und um diese Jahreszeit (April) noch beinahe menschenleer. Wir staunen immer wieder über das klare Wasser der Ägäis. Die kleinen Wellen laden zum Spielen ein. Auf der Nordseite des Strandes findet sich eine kleine, jedoch eindrückliche Felsenkapelle, umringt von blühenden Oleanderbäumen. Von hier aus kann man mit guten Schuhen (scharfkantige Felsen) einen kleinen Spaziergang unternehmen und dabei in die nächste, menschenleere Bucht schauen. Auch die Vegetation ist hier sehr interessant. Südlich des Strandes, unterhalb der leider verfallenen, im Rohbau stehenden Hotelruinen, bietet sich eine tolle Aussicht auf das türkisblaue Wasser der Bucht.

In Haraki selbst empfiehlt es sich, bei einer der einladenden Tavernen in den Schatten zu sitzen und sich feine Mezze mit einem kühlen Getränk zu gönnen. Ein Mythos-Bier oder ein frisch gepresster Orangensaft mit Eis, sind für uns das höchste der Gefühle. Einfach geniessen, die Zeit vergessen und sich vom griechischen Flair anstecken lassen. Westlich des Örtchens findet sich übrigens ein grosser Parkplatz, von welchem aus das Zentrum und der Strand in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar sind.

English
In the east of Rhodes, we particularly liked the area around Haraki (Charaki). Situated in a sheltered bay, the village with its bright pebble beach invites you to linger and swim, but the striking castle hill is also an interesting sight. We climb up to the huge ruins twice with little Carmen. The complex must once have been enormous. Individual cisterns and mighty walls are still clearly visible. But from up here there is also a magnificent view of the village and Aghati Beach (Golden Beach) to the north. Even the mountains of nearby Turkey are clearly visible.

After the varied scramble up the hill, we treat ourselves to a swim at the golden beach. The water here is particularly shallow and warm. Pure pleasure and almost deserted at this time of year (April). We are constantly amazed by the clear waters of the Aegean. The small waves invite us to play. There is a small but impressive rock chapel on the north side of the beach, surrounded by flowering oleander trees. From here you can take a short walk with good shoes (sharp-edged rocks) and look into the next, deserted bay. The vegetation here is also very interesting. South of the beach, below the unfortunately dilapidated hotel ruins that are still under construction, there is a great view of the turquoise waters of the bay.

In Haraki itself, we recommend sitting in the shade at one of the inviting tavernas and treating yourself to a delicious mezze with a cool drink. A Mythos beer or a freshly squeezed orange juice with ice are the best of the best for us. Simply enjoy, forget the time and let yourself be infected by the Greek flair. Incidentally, there is a large parking lot to the west of the village, from where the center and the beach are just a few minutes' walk away.