Sonntag, 22. Januar 2017

Eisige Zeiten am Oeschinensee

Das Jahr 2016 liessen wir mit einem wunderschönen Erlebnis am teilweise gefrorenen Oeschinensee ausklingen. Schon lange wünschten wir uns, dort oben eine Abendstimmung mit Schwarzeis zu dokumentieren. Zwar war der See noch nicht ganz zugefroren, dafür ergaben sich jedoch wundervolle Motive mit Spiegelungen und Eisblöcken.

Während wir diese einzigartig schöne Naturszenerie bewunderten, hatten andere Zeitgenossen leider nichts anderes im Sinn, als das noch dünne Eis mit Steinen zu übersähen und die filigranen Formationen mit Genuss niederzutrampeln. Solches können wir wirklich nicht verstehen. Trotzdem fanden wir noch einige Stellen, wo die Zerstörungswut der Menschheit nicht unbedingt wirken konnte. Die Kehrseite der Bekanntheitsmedaille! Als es dann nach 16:30 Uhr langsam ruhig wurde und die Störenfriede sich talwärts verzogen hatten, verfolgten wir gebannt das abendliche Spektakel. Während das stolze Massiv der Blüemlisalp glutrot zu verfärben begann, standen wir mit zwei anderen, jungen Naturfotografen wie gebannt am Ufer des prächtigen Bergsees.

Dabei konnten wir einmal beobachten, wie schnell sich Eis auf dem Wasser eigentlich bildet. Dort, wo sich die Blüemlisalp vor kurzer Zeit noch perfekt spiegelte, bildeten sich filigrane, dünne Eisformationen, welche sich binnen weniger Minuten zu einer kompakten Schicht zusammenfügten. Unglaublich!

Erst als die Nacht über die Bergwelt hineinbrach, packten wir unsere Kameras und Stative zusammen um uns mit den Stirnlampen auf den Rückweg nach Kandersteg zu machen. Nach kurzem Marsch unten angekommen, gönnten wir uns noch ein schmackhaftes Nachtessen in "unserem Hochzeitslokal", dem Hotel Ermitage. Das war ein Abend ganz nach unserem Geschmack, welchen wir nicht so schnell vergessen werden.

TOURDATEN (Kandersteg-Oeschinensee retour)
Aufstieg: 405m
Abstieg: 405m

Strecke: 6,2km
Reine Wanderzeit: 2,25h

Start- und Endpunkt: Parkplatz Oeschinenseebahn
Tiefster Punkt: 1'195 M.ü.M. (Kandersteg)
Höchster Punkt: 1'593 M.ü.M. (Restaurant am Oeschinensee)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karten: 1:25'000, Blätter 1247, Adelboden und 1248, Mürren
Beste Wanderzeit: Ganzjährig

Unser Tourdatum: 28.12.2016
Besonderes: Wer nicht so gut zu Fuss unterwegs ist, kann sich auch mit der Oeschinenseebahn hochgondeln lassen und im Berghaus am Ufer des Sees einkehren. Die Menschenmassen sind jedoch mittlerweile nicht mehr zu unterschätzen!












Montag, 9. Januar 2017

Von Herbst zu Winter

Auch wenn wir nach unseren gelungenen Herbstferien keine grossen Ausflüge mehr unternahmen, gab es bis Ende Dezember immer wieder schöne Motive zu finden, welche den Übergang vom Herbst zum, leider bis Ende Jahr, schneelosen Winter zeigen. Einige schöne Stimmungen fanden wir unmittelbar vor der Haustüre, im Rebberg von Spiez, am Thunersee, andere wiederum erforderten eine etwas längere Anfahrt. 

So statteten wir dem Jura mit dem schwarzgefrorenen Etang de la Gruère einen Besuch ab (siehe Tourbeschrieb unten), wo wir am Abend das mittelalterliche Städtchen St. Ursanne bewunderten. Auch ohne Schnee war es bei der winterlichen Kälte ein Genuss, die blaue Stunde abzuwarten. Wir kamen uns vor, wie in einer anderen Zeit. Aber auch unserer schönen Bundeshauptstadt Bern, statteten wir einen abendlichen Besuch ab. Hier spiegelten sich die alten Sandsteinhäuser mit dem Münster geradezu perfekt in der glatten Wasseroberfläche der Aare. Was für ein Glück, dass bei unserer Ankunft im Schwellenmätteli noch gerade die Sonne schien und ein warmes Licht auf die Fassaden zauberte. Etwas später ging dann auch noch der (beinahe) Vollmond auf und liess uns staunen! Schlussendlich besuchten wir noch einen anderen, schwarzgefrorenen Bergsee, diesmal jedoch im Berner Oberland. Leider hatten da die Schlittschuhläufer das Eis bereits für sich entdeckt und mit ihren Kufen die wunderschönen Eisgebilde weitgehend zerstört. Um den See fanden sich jedoch prächtige Frostdetails: fein strukturierte Eisplättchen mit einem Durchmesser von bis zu 6cm und echte Eiskristalle mit einer Länge von bis zu 8cm. Es war einfach traumhaft anzuschauen. Bloss schade, hatten wir da am Ufer des Sees nicht genügend Zeit, bevor die Nacht einbrach.

Auch ohne Schnee lässt sich die Winterszeit draussen geniessen, man muss sich nur zu helfen wissen.  ;-)

TOURDATEN (Rundweg Etang de la Gruère)
Aufstieg: 50m
Abstieg: 50m

Strecke: 2,0km
Reine Wanderzeit: 0.75h

Start- und Endpunkt: Punkt 1'015, La Theurre
Tiefster Punkt: 998 M.ü.M. (Ufer des Sees)
Höchster Punkt: 1'015 M.ü.M. (La Theurre)
Schwierigkeit: T1
Swisstopo Karte: 1:25'000, Blatt 1105, Bellelay
Beste Wanderzeit: Ganzjährig

Unser Tourdatum: 10.12.2016
Besonderes: Die Herausforderung ist es hier, die blanke Eisfläche zu erwischen, bevor die Schlittschuhläufer sie entdeckt haben. Nach der kurzen Tour lohnt es sich im Restaurant von La Theurre einzukehren (unmittelbar an der Hauptstrasse).


















Sonntag, 8. Januar 2017

Herbstgold im unbekannten Tessin

Bevor wir uns fotografisch dem Winter 2016-17 widmen wollen, blicken wir noch einmal zurück, in den goldenen Herbst 2016. Unsere Herbstferien schlossen wir zusammen mit unserem guten Freund, Martin Mägli, ab und zwar im schönen Tessin wo wir uns auf die Suche nach schönen, unbekannten Bergseelein machten. Wir wurden da oben in den Bergen wahrhaftig nicht enttäuscht und die Lärchen leuchteten uns bei angenehmen Temperaturen goldgelb entgegen. Lange harrten wir an der Waldgrenze aus, um geradezu einzigartige Föhnstimmungen, das Abendlicht, die Nacht und das Morgenrot zu geniessen. Dafür nahmen wir auch höhenmeterintensive Eilmärsche und abenteuerliche Übernachtungen auf uns. Für die Mühen wurden wir jedoch redlich belohnt und möchten die Erlebnisse nicht mehr missen. Solche Momente sollten einfach nie mehr vorbeigehen!

Bitte nehmt es uns nicht übel, wenn wir diese Locations nicht gerade an die grosse Glocke hängen, damit diese einzigartigen Plätzchen so unberührt wie bisher bleiben.

Schlussendlich dokumentierten wir für eine entstehende Reportage bei wandern.ch noch das urwüchsige Val Bavona in seinem bunten Herbstkleid. Lasst Euch überraschen, in welchem Zusammenhang die Repo dann erscheinen wird. Eines sei bereits verraten: es geht dabei um den Vergleich von zwei sehr ähnlichen Landschaften in völlig verschiedenen Ländern. Ungeahntes wird dabei herauskommen.

Damit wünschen wir Euch noch einmal einen guten, gelungenen Start ins Jahr 2017 und freuen uns auf all die schönen Erlebnisse, welche in den kommenden Monaten kommen werden.

















Freitag, 23. Dezember 2016

Wirklich frohe Weihnachten?

Dürfen wir Euch zu Weihnachten ausnahmsweise 5 Leseminuten von Eurer kostbaren Zeit stehlen, weil es uns sehr viel bedeutet?

Jetzt sind sie wieder da, die Tage an welchen wir einander frohe Weihnachten wünschen und uns so nach Frieden auf Erden sehnen. Nach den Ereignissen der letzten Tage (Syrien, Berlin, Ankara, Zürich) und des letzten Jahres sind wir jedoch weiter vom Weltfrieden entfernt als je. Doch warum nur all der Hass? Warum können die Menschen einfach nicht in Toleranz und Achtsamkeit miteinander auskommen?

Die Lösung des Problems beginnt im ganz Kleinen, bei jedem Einzelnen von uns, in den Familien und in unserem nahen Umkreis. Solange da schwelende Konflikte vorhanden sind, besteht auch absolut keine Hoffnung auf einen künftigen Weltfrieden, darüber sind wir uns ganz sicher!

Wollen wir zusammen ein kleines Weihnachtsexperiment wagen?

Sind wir mal ehrlich: wer von uns ist mit sich und seiner Umgebung dermassen im Reinen dass er behaupten kann, von keinem Konflikt betroffen zu sein und keinen Groll zu schüren? Wir müssen gar nicht weit suchen und schon gar nicht in der Tagespresse. Wie war das letzthin mit dem Bürokollegen, welcher mich so gereizt hat und welchen ich deshalb nicht ausstehen kann? Wie war das mit den Verwandten, welche sich bei Erbangelegenheiten wie die Aasgeier verhalten haben und mit welchen ich deshalb aus Verbitterung den Kontakt abgebrochen habe. Wie war es mit der Schwester, welche mich so ärgert, weil sie einen total anderen Charakter und differenzierte Ansichten hat. Oder wie war das bei Trauergespräch mit dem Pfarrer, bei welchem ich die Erwähnung des gehassten Verwandten an der Abdankung des Vaters untersagt habe. Wie ist es mit dem Nachbarn, welcher immer so laut Musik hört, dass ich jeden Beat bei geschlossenem Fenster mitbekomme. Oder der Hauswart, welcher mir den Schneewall immer „extra“ vor den Briefkasten schaufelt. Hätte ich ihn für seine kleinen Schikanen nicht zwischendurch schon erwürgen können? Wie steht es mit dem frisch Zugezogenen, welcher sich nicht einmal vorgestellt hat und sich jetzt wie der Quartierkönig benimmt? Und wie ist es mit dem Landwirt, welcher „extra“ immer am Samstag Gülle austrägt, damit dann das ganze Wochenende buchstäblich zum Himmel stinkt? Was habe ich diesem rücksichtslosen Zeitgenossen schon alles an Ungemach gewünscht! Was war damals, als mich mein politischer Gegner persönlich angegriffen hatte, obwohl es doch nur um ein sachliches Geschäft mit Meinungsverschiedenheiten ging? Wie habe ich den danach bei den Kollegen verflucht! Und als letztes Beispiel: wie sehr nervt die Schwiegermutter, welche den Sohn immer mit zu vielen Süssigkeiten verwöhnt und immer nur über alle und alles lästert? Hätte ich sie nicht auch schon auf den Mond schiessen können?

Wir könnten hier noch hunderte von solchen kleinen Reibereien und von Hass im Alltag aufzählen, welche uns alle – und wir meinen wirklich alle – beschäftigen.

Eines ist sicher: jede Handlung unserer Mitmenschen und von uns selbst hat ihre Ursache, ihren Grund. Nichts, aber auch gar nichts, geschieht ohne Grund. Und jede Handlung ruft auch wiederum eine andere Handlung hervor.

Nehmen wir uns einmal Zeit, solche Beispiele, wie oben beschrieben, in unserem eigenen Leben zu ergründen und uns selbst im Hass zu ertappen. Phu, da kommt doch überraschend vieles zusammen, oder?

Wäre es nun nicht ein Ziel, für Weihnachten 2016, bei sich selbst mindestens einen solchen Hass abzubauen, das Gespräch zu suchen und dabei vielleicht herauszufinden, dass beim Gegenüber gar kein böser Wille vorhanden ist? Ein klärendes, ehrliches, wohlwollendes Gespräch kann so viele Missverständnisse abbauen, welche wir zuvor Jahre lang buchstäblich vor uns hingeschoben und ausgebrütet hatten. Nur ein Beispiel und dessen mögliche Lösung: ist sich der Nachbar überhaupt bewusst, wie ringhörig sein Haus ist? Hat ihm überhaupt schon mal jemand gesagt, dass seine Musik sehr weit zu hören ist? Könnte ich ihm nicht mit Humor kommunizieren, dass seine Beats die Zahl 6,5 auf der Richterskala nur noch knapp verfehlen? Könnte ich mit ihm nicht ohne Gehässigkeit ins Gespräch kommen und das Problem mit der Musik auf diesem Wege, im gegenseitigen Gespräch lösen? Ist es nicht kontraproduktiv und sinnlos, mit den Kollegen über dieses rücksichtslose Verhalten zu lästern, statt mit dem Betroffenen selbst direkt zu sprechen?

Falls es jeder von uns schafft, einen solchen kleineren oder grösseren Konflikt in der eigenen Umgebung durch Eigeninitiative zu lösen, dann sind wir dem Weltfrieden wenigstens ein kleines Schrittchen näher und Ihr werdet feststellen: es ist ein unheimlich gutes Gefühl. Anstatt das Weltgeschehen zu verurteilen, müssten wir eigentlich jetzt wirklich damit beginnen, unser eigenes Umfeld aufzuräumen und glaubt uns, da gibt es bei JEDEM von uns noch viel zu tun! Es ist wie bei allem: der Weltfrieden braucht zuerst ein stabiles, hassloses Fundament von uns, erst dann können wir die einzelnen Steine der grossen gesellschaftlichen Probleme aufeinander zu schichten beginnen. Das ist die zentrale Botschaft an die Menschheit, von Jesus Christus, des Propheten Mohamed, von Buddha und beispielsweise auch von uralten Griechischen oder Chinesischen Gelehrten.

Gerade wir in der Schweiz, in all unserem Wohlstand und in Freiheit, haben beste Voraussetzungen dafür, den ersten Schritt in Demut zu machen!

Lasst uns diesen ersten Schritt tun! Nehmt Euch dabei nicht zu viel vor, sondern für den Anfang nur einen einzigen, zu lösenden Hass oder Konflikt. Das reicht für’s Erste!

In diesem Sinne, frohe Weihnachten und auf wirklichen Frieden in und um uns!

NATUR-WELTEN

Sandra und Stef

Bild: Krippe in der Kirche Faulensee.


Montag, 5. Dezember 2016

Goldener Herbst an Illgraben und Illhorn

Wie bereits erwähnt, widmeten wir unsere diesjährigen Herbstferien voll und ganz der schönen Schweiz, auch wenn wir für die gelben Lärchen im Wallis noch gerade eine Woche zu früh unterwegs waren. Irgendwie war 2016 in der Natur alles ein Wenig später bereit. Dafür genossen wir aber prächtiges, abwechslungsreiches Wetter.

Von unserer Basis in Leukerbad aus, starteten wir alle möglichen Unternehmungen. Beispielswiese einen Ausflug zum Illgraben, welcher bei uns schon lange auf der Wunschliste stand. Tagwache war wiederum mitten in der Nacht. Zuerst kurvten wir hinüber nach Chandolin im Vald d' Anniviers, wo wir uns an diesem kühlen Morgen mit den Stirnlampen auf den Weg zum Felsabbruch machten. Zuerst befürchteten wir, dass uns ein Schäfchenwolkenband die ganze Freude verderben würde, aber dem war zum Glück nicht so.

Am gewaltigen Felsabbruch angekommen, suchten wir zuerst ein idyllisches Plätzchen mit schönem Vordergrund und dann ging das Spektakel auch schon los. Bald einmal erreichte das erste Vorglühen die Schäfchenwolken und zauberte magische Stimmungen auf den Himmel. Das Licht veränderte sich nun sehr rasch. Begeistert hielten wir das Spektakel mit unseren Kameras fest. Als dann noch die ersten Sonnenstrahlen die Gipfel auf der gegenüberliegenden Talseite erreichten, war das Glück perfekt und die beissende Kälte bei -5 Grad vergessen.

Als es uns jedoch dann zu kalt wurde, nahmen wir den Weg in Richtung Illhorn in Angriff, wo wir mit unserem Freund Andreas Wipf und seinem Kollegen abgemacht hatten. Den weiten Aufstieg haben wir jedoch ein Bisschen unterschätzt. Um die Mittagszeit befanden wir uns dann auf dem Gipfel, doch bei -1 Grad war es da oben nicht unbedingt ein Genuss. So stiegen wir schon bald wieder gegen die wunderbar golden leuchtenden Lärchen ab, wo wir uns noch lange vertun konnten.

Das Gebiet rund um den Illgraben und das Illhorn ist wirklich sehr abwechslungsreich und Landschaftsmässig schlichtweg gewaltig!

TOURDATEN
Aufstieg: 737m
Abstieg: 737m

Strecke: 11,0km
Reine Wanderzeit: 5,0h

Start- und Endpunkt: Zentrum von Chandolin
Tiefster Punkt: 1'979 M.ü.M. (Chandolin)
Höchster Punkt: 2'716 M.ü.M. (Illhorn)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: 1:25'000, Blatt 1287, Sierre
Beste Wanderzeit: Juli bis Oktober

Unser Tourdatum: 22.10.2016
Besonderes: Es gibt auch einen direkteren Weg von Chandolin auf das Illhorn. Der Ausblick auf den Illgraben ist jedoch ein beeindruckendes Erlebnis.