Dienstag, 1. Mai 2018

Mit Stefs Eltern auf Blümchenpirsch am Vuache

Momentan schaffen wir es vor lauter tollen Frühlingsausflügen beinahe nicht mehr, unser Tagebuch mit den entsprechenden Einträgen auszustatten. Bevor wir uns jedoch für die Ferien in den Süden verabschieden, hier noch ein kleiner Rückblick auf unseren diesjährigen Vuache-Besuch.

Immer wenn der Frühling ins Land zieht, beginnt es uns unter den Fingernägeln zu kribbeln. Dann ist, wie beinahe jedes Jahr, die Zeit des Blütenwunders auf dem Vuache (F) bei Genf gekommen. In diesem April sollte es ein ganz besonders schöner Ausflug werden, denn wir übernachteten in Nantua, Frankreich, für zwei Nächte und Stefs Eltern waren ebenfalls mit von der Partie. Es war ein lange gehegter Traum von ihnen, einmal die Blütenpracht dieses Hügelzuges bewundern zu dürfen.

So machten wir uns an Ostern gemütlich auf, um den langgezogenen Rücken des Vuache zu besteigen, gut ausgerüstet mit Wanderstöcken und genügen Picknick. Es war ein sehr kalter Morgen, mit nur gerade +4 Grad. Auch die Sonne wollte sich nicht so recht zeigen, sodass wir bereits daran zweifelten, die Blüten der Hundszahnlilien geöffnet anzutreffen. Und tatsächlich, die in diesem Jahr sehr wenig fortgeschrittene Vegetation war wirklich noch spärlich. Die ersten Hundszahnlilien hatten gerade ihre Blüten gebildet und die Aprilglocken fanden wir ebenfalls noch knospend vor. Trotzdem freuten wir uns über die Blümlein. Die wahre Belohnung folgte jedoch ganz oben auf dem Bergrücken: hier trafen wir die gewohnten Hundszahnlilienfelder in voller Blüte an. Was für eine Freude für uns alle. Da konnten wir schier endlos am Boden rumkriechen und einzelne Blümchen portraitieren. Und ganz besonders toll war es, dass Stefs Eltern, trotz ihrem Alter, die Tour problemlos mitmachen konnten. Für sie war es wie Ostern, Geburtstag und Weihnachten gleichzeitig. Ja, es war ja schliesslich auch Ostern und diese werden sicherlich unvergesslich bleiben. Und zu allem Glück störte uns diesmal auch kein Fluglärm von Genf-Cointrin, weil der Wind aus einer anderen Richtung wehte als normalerweise.

Erst nach vielen Stunden im Wald nahmen wir überglücklich wieder den Abstieg in Angriff, nachdem wir uns inmitten des Blumenmeers noch ein gemütliches Picknick gegönnt hatten. Sogar die Sonne hatte sich zwischendurch gezeigt, die Temperatur stieg an und die Blüten öffneten sich wie gewünscht.

Trotz unserer ausführlichen Reportage bei wandern.ch, im letzten Jahr, trafen wir überraschenderweise nicht viele Schweizer an. Der Vuache ist also nach wie vor ein Berg der Einheimischen und das ist auch gut so!

Die Fotos konzentrieren sich diesmal auf all die prächtigen Details der Hundszahnlilien des Vuache.

TOURDATEN (Vuache Rundweg)
Aufstieg: 477m
Abstieg: 477m
Strecke: ca. 11km
Reine Wanderzeit: 3,0h
Tiefster Punkt: 480 M.ü.M. (Chevrier)
Höchster Punkt: 957 M.ü.M. (Kapelle Ste. Victoire)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: keine
Beste Wanderzeit: Ende März / Anfang April
Unser Tourdatum: 02.04.18
Besonderes: Von Chevrier führt der Weg steil bis zum höchsten Punkt mit toller Aussicht auf den Kanton Genf. Von da über den Bergrücken südwärts. Dann Abstieg nach Raclaz oder Olliet. Achtung: der Vuache liegt direkt in der Anflugschneise des Genfer Flughafens = Fluglärm!













Montag, 9. April 2018

Arktische Zeiten am Creux du Van

Bevor wir unser Fototagebuch ebenfalls auf Frühling umstellen, hier noch ein Eintrag von einem unserer schönsten Wintererlebnisse.

Wie Ihr sicher schon bermerkt habt, zieht es uns in regelmässigen Abständen in das Gebiet des Creux du Van. Manchmal haben wir mit dem Wetter mehr Glück, manchmal weniger. Doch dieser Tag im Februar geht definitiv als positives Erlebnis in unsere Fotografengeschichte ein. Die sibirische Kälte hatte die Schweiz für einige Tage ganz fest in ihrem Würgegriff, doch es war immer ein Poker mit dem Hochnebel. So waren wir nicht sicher, ob wir es an diesem Tag wirklich aus der Nebelsuppe schaffen würden. Bei der Anfahrt über den Vue des Alpes Pass konnten wir die von einer dicken Raureifschicht überzogenen Tannen des Juras ein erstes Mal bewundern, doch sie wurden immer wieder vom Nebel verschlungen. Als wir dann jedoch auf dem Parkplatz der Creux du Van Route ankamen, empfing uns ein prächtig blauer Himmel und eine in blütenweissem Kleid erstrahlende Landschaft. Zwar lag damals nicht viel Schnee, dafür aber herrschte bei -11 Grad eisige Kälte und die Bäume zeigten sich als wahre Kunstwerke. Was für ein Genuss, durch diese Landschaft zu wandern.

Vorne an der Felsenkante, nach dem Chalet "Le Soliat", wurde die Raureifpracht immer schöner. Vom Abgrund her dröhnte aber ein stürmischer Wind, welcher sich wie ein Düsentriebwerk anhörte. In hoher Geschwindigkeit zogen einzelne Nebelschwaden über uns hinweg und wurden die Bäume durchgeschüttelt. Doch wir waren an diesem Tag "gut eingepackt" und der Wind konnte uns nichts anhaben. Voller Begeisterung vergassen wir alles um uns und hielten diese vergängliche Schönheit mit ganz viel Zeit fest.

Etwas später fanden wir an der Sonne einen windstillen Picknickplatz mit Sicht auf den Alpenkamm und erholten uns ein Bisschen von den Strapazen. Wir wollten auf jeden Fall noch das Abendrot abwarten. Immer wieder konnten wir beobachten, wie der Flugschnee über die Ebenen fegte und wirbelte. Ein unvergessliches Schauspiel. Gegen Abend traf dann sogar noch überraschend unser Fotofreund, Martin Mägli, bei unserem Standort ein. Was für ein Zufall. Auch er wollte diesen einzigartigen Wintermoment noch geniessen. So fotografierten wir zusammen einen prächtigen Sonnenuntergang mit glühender Abendstimmung und Flugschnee bei zirka -13 Grad.

Nach über 7 Stunden draussen an der Kälte, waren wir dann jedoch froh, den Rückweg zum Auto antreten zu können, welches wir beim Einnachten erreichten. Überglücklich verliessen wir diese einzigartigen Jurahöhen und steuerten wiederum das Berner Oberland an. Dabei freuten wir uns auf ein verdientes, warmes Bad...!

TOURDATEN
Aufstieg: 196m
Abstieg: 196m

Strecke: 6,0km
Reine Wanderzeit: 2,0h

Start- und Endpunkt: Parkplatz Punkt 2061
Tiefster Punkt: 1‘261 M.ü.M. (Parkplatz Grand Mont)
Höchster Punkt: 1'457 M.ü.M. (Krete Creux du Van)
Schwierigkeit: T1
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1162, Travers
Beste Wanderzeit: Dezember-März (Für Winterwanderung)

Unser Tourdatum: 25.02.2018
Besonderes: Am Creux du Van sorgen starke Aufwinde oft für eigenes Wetter und zähen Nebel. Da sind mehrmaliges Besuchen und grosse Ausdauer angesagt.















Montag, 26. März 2018

Tiefer Winter und eisige Kälte auf der Bettmeralp

Schon lange hatten wir wieder einen Ausflug ins schöne Aletschgebiet geplant, dabei stand auf der Wunschliste die schmucke, tief verschneite Kapelle der Bettmeralp ganz oben. Dieses Motiv in den Morgenstunden hat es uns schon lange angetan.

Trotz unsicherer Wetterentwicklung standen wir schon für die erste Fahrt der Gondelbahn bereit und als wir oben ankamen, konnten wir über die immensen Schneemassen auf den Dächern nur noch staunen. Über ein Meter Schnee türmte sich da geradezu bedrohlich auf und schien alles unter sich zu erdrücken. Wie gewünscht, brach gerade die blaue Stunde an. Wir hatten ein schönes Plätzchen vis à vis der kleinen Kapelle gefunden. Doch schon bald stellten wir fest, dass die Alpenkulisse dahinter in dichte Wolken gehüllt war. Das war zwar nicht ganz optimal, trübte unsere Freude an diesem prächtigen, eiskalten Wintermorgen jedoch nicht. Bei -14 Grad ging die Kälte aber durch und durch, sodass wir bei Tagesanbruch froh darüber waren, uns in der nahen Bäckerei bei einem feinen Morgenessen aufzuwärmen.

Frohen Mutes wanderten wir dann von der Bettmer- auf die Riederalp und liessen uns von da auf die Moosfluh gondeln. Hier oben wehte uns ein noch eisigerer Wind entgegen und von der Kälte glitzerte die ganze Luft mit feinen Schneekristallen. Die Aussicht war daher zuerst noch recht dunstig. Als wir talwärts loswanderten, klarte der Himmel zusehends auf uns gab den Blick frei auf den Grossen Aletschgletscher, welcher sich als weisse, etwas zerfurchte Fläche präsentierte. Es war ein herrlicher Ausblick und im hüfhohen Pulverschnee war noch keine menschliche Spur auszumachen. Hier fotografierten wir nun nach Herzenslust, bevor wir auf dem perfekt präparierten Winterwanderweg gemütlich wieder in Richtung Bettmeralp abstiegen, um der Kapelle noch einen kleinen Besuch abzustatten.

Ein herrlicher Wintertag, bei richtig arktischen Temperaturen, welchen wir wohl so schnell nicht mehr vergessen werden.

TOURDATEN (Für Rundwanderung Bettmeralp-Moosfluh-Bettmeralp)
Aufstieg: 530m
Abstieg: 530m
Strecke: 8.0km
Reine Wanderzeit: 3.0 h
Start- und Endpunkt: Bettmeralp
Tiefster Punkt: 1'924 M.ü.M. (Bergstation Bettmeralp Luftseilbahn)
Höchster Punkt: 2'333 M.ü.M. (Bergstation Moosluh)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1269, Aletschgletscher

Beste Wanderzeit: Dezember-März
Unser Tourdatum: 04.02.18
Besonderes: Auf dem ausgeschilderten Winterwanderweg kann dem ganzen Skizirkus recht gut aus dem Weg gegangen werden. Rastmöglichkeiten gibt es auf der Bettmer- und der Riederalp genügend.















Samstag, 17. März 2018

Winterimpressionen vom Chasseron

Nachdem wir uns im Fototagebuch nun eingehend den Landschaften des Südwestens der USA gewidmet haben, kommen wir nun wieder zurück in die winterliche Heimat. Da gab es diesen Winter doch einige Highlights, von welchen wir berichten wollen.

Seit vielen Jahren hat uns das Gebiet um den Chasseron (VD) in seinen Bann gezogen. Ziel ist es, dort einmal eine Abendstimmung mit tief verschneiten Tannen zu fotografieren. Doch der Chasseron hat sein ganz eigenes Wetter und der Nebel ist im Winter eindeutig dominant. So ist es einfach immer wieder ein Poker, ob man's schafft oder nicht. Zudem darf es, wenn der Nebel sich verzieht, nicht zu warm werden, denn sonst ist die glitzernde Pracht an den Bäumen schon nach zwei Stunden wieder Geschichte. Diesmal nahmen wir zwei Anläufe und es kam beide Male anders, als wir es uns vorstellten. Das ist halt eben die Naturfotografie mit ihrer ganz eigenen Dynamik.

Beim ersten Besuch des Juras war es auch wieder der Nebel, welcher den Ausflug zum Pokerspiel machte. Am Vorabend hatte es noch stark geschneit und so waren die Winterwanderwege beinahe nicht sichtbar. Diesmal wollten wir auf der Ostflanke aufsteigen und wurden buchstäblich vom dichten Nebel verschluckt (siehe Wanderbeschrieb unten, Winterwanderweg Les Rasses Nr. 4). Zum Glück war es möglich, dass wir die Wegmarkierungen immer ganz knapp ausmachen konnten und so stiegen wir in völliger Einsamkeit durch diese dicke "Suppe" auf. Mystisch war es, bei dieser Stimmung unterwegs zu sein. Oben auf dem Gipfel konnten wir zwar das Himmelsblau ausmachen, aber steckten immer noch im Nebel. Erst als wir mit Picknicken beginnen wollten, riss der Himmel plötzlich auf und gab die Sicht frei auf eine prächtige Wintermärchenwelt und den Alpenkamm. Sofort waren wir mit den Kameras bereit und fotografierten um die Wette, während der Nebel immer wiederhoch und nieder wogte. Da bildete sich zu unserer Freude sogar noch die elegante Juranebelwelle und Nebelhexen konnten wir ebenfalls beobachten. Was für eine Freude, welche sich jedoch nach kurzer Zeit bei viel zu warmen Temperaturen bereits wieder von den Bäumen löste.

Der zweite Ausflug während der extremen Kälteperiode des Februars begann damit, dass sich der Nebel genau zum Zeitpunkt auflöste, als wir auf den Petites Roches ankamen. Es war wiederum eine unvergesslich schöne Märchenwelt und die Chancen auf das gewünschte Abendrot standen gut. Doch eine Viertelstunde vor dem Sonnenuntergang nahm der Nebel wieder überhand und verdeckte uns das schönste Abendlicht. Trotzdem gab's noch eine mystische Lichtstimmung, welche uns zumindest ein Bisschen entschädigte.

Einmal mehr hat uns der Chasseron mit seiner eigenen Dynamik überrascht, aber missen möchten wir beide Ausflüge nicht!

TOURDATEN
Aufstieg: 480m
Abstieg: 480m
Strecke: 11.3km
Reine Wanderzeit: 4.5 h
Start- und Endpunkt: Parkplatz Sklift Les Rasses
Tiefster Punkt: 1'188 M.ü.M. (Parkplatz)
Höchster Punkt: 1'607 M.ü.M. (Chasseron)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1182,  Sainte-Croix

Beste Wanderzeit: Dezember-März
Unser Tourdatum: 27.01 und 12.02.18
Besonderes: Im Gipfelhotel des Chasserons kann auch im Winter übernachtet werden. Es verfügt über wenige Doppelzimmer und Massenlager. Das Haus ist auch für eine Zwischenverpflegung zu empfehlen. Vorsicht vor dem hartnäckigen Nebel am Chasseron, welcher die Orientierung erschwert.