Kurz nach dem ersten Schnee nutzten wir das schöne Wetter aus, um dem herbstlichen Lötschental einen Besuch abzustatten. Es ist ja jeweils nicht so einfach, das Lärchengold in seinem Höhepunkt zu erwischen. Entweder sind die Bäume noch grün oder dann liegt eben schon zu viel Schnee. Doch dieses mal hatten wir Glück. Es war der letzte Sonntag, an welchem das Postauto bis auf die Fafleralp verkehrte und es war im Tal bereits ruhig geworden. Voller Vorfreude starteten wir unsere Wanderung zur Anenhütte noch im Schatten. Phu, ein kühles Lüftchen wehte uns da um die Ohren. Doch kaum waren wir an der Sonne, begann das Herbstwunder für uns. Dieses intensivgelbe Leuchten, die lichten Lärchen und die Stille; einfach kaum in Worte zu fassen. Achtsam und staunend wanderten wir durch dieses Bergparadies in Richtung Guggisee, wo doch schon ziemlich viel Schnee lag. Dabei bewunderten wir immer wieder uralte Baumriesen, welche uns grosse Ehrfurcht einflössten.
Die Anenhütte selbst befand sich in diesem Herbst noch im Umbau. Von hier aus blickten wir auf den leider auch bereits sehr klein gewordenen Langgletscher, welcher schon bald eher ein "Kurzgletscher" ist. Danach stiegen wir über den glitschigen Moränenweg in Richtung Grundsee ab. Der Weg war wiederum von prächtigen Lärchen gesäumt. Die Schatten wurden lang und länger...
Unten im Gletscherstafel angekommen, beschlossen wir, noch die Stative zu holen und die Abendstimmung auf der Holzbrücke über die Lonza zu verfolgen. Keine schlechte Entscheidung, denn das Abendrot übertraf alles in diesem Herbst gesehene. Was für eine intensive Glut und was für eine klare blaue Stunde. Damit schlossen wir den Bergherbst 2014 würdig ab und verliessen das schöne Tal bereits im Finstern Richtung Goppenstein und Lötschberg, dankbar für einen unvergesslichen Tag an der Sonne.
TOURDATEN
Aufstieg: 595m
Abstieg: 595m
Strecke: 12.0km
Reine Wanderzeit: 4.0h
Start- und Endpunkt: Parkplatz Gletscherstafel
Tiefster Punkt: 1'753 M.ü.M. (Parkplatz Gletscherstafel)
Höchster Punkt: 2'358 M.ü.M. (Anenhütte)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1268, Lötschental
Beste Wanderzeit: Juni-Oktober
Unser Tourdatum: 26.10.2014
Besonderes: Gegen Ende Oktober sind das Berggasthaus Fafleralp und die Anenhütte bereits geschlossen. Es lohnt sich, das Picknick selbst mitzuführen. Am Morgen liegt das Tal zudem noch lange im Schatten. Die Sonne geht erst nach 11:00 Uhr auf.
Es ist immer wieder schön, an einen Platz zurück zu kommen, welcher einem lieb ist. So beschlossen wir von Sonntag bis Montag bei dem schönen Herbstwetter, dem Rifugio Saoseo (SAC) und dem nahen, wunderbaren See einen Besuch abzustatten. Dabei wollte es der Zufall, dass es in Brunos Hütte auch noch zu einem erneuten Treffen mit unserem Bergfreund Andreas Wick kam, welchen wir vor genau zwei Jahren in dieser SAC-Hütte kennenlernen durften. Das mussten wir natürlich zusammen mit Bruno mit einem "Grünen" begiessen.
Doch zuerst widmeten wir uns eingehend dem wunderschönen Waldsee im Nachmittagslicht. Das Wasser war diesmal noch nicht gefroren und die Lärchen leuchteten wie pures Gold. Zuerst tummelten sich noch viele Leute um dieses Ausflugsziel Nummer 1 im Puschlav, doch schon bald wurde es ruhiger. So umrundeten wir den Saoseo gemütlich und mit viel Zeit der Uferlinie entlang. Dabei fanden wir immer wieder neue, attraktive Motive. Zwischendurch legten wir uns auch mal an die wärmende Sonne und genossen einfach nur die Strahlen, welche uns sanft streichelten. Das Abendrot präsentierte sich danach leider etwas verhalten. So beschlossen wir, schon bald gegen die Hütte abzusteigen und das üppige Nachtessen bei Brunos Familie zu geniessen. Mit unseren Freunden hatten wir viel zu plaudern, während die Einheimischen am Nebentisch ein richtig südländisches Fest mit Nonnas, alten Liedern, Wein und allem was dazu gehört, feierten. Dementsprechend gestaltete sich dann auch die Nachtruhe ganz südlich temperamentvoll...
Am nächsten Tag hiess es schweren Herzens Abschied nehmen, von diesem paradiesischen Fleckchen Erde. Mit grosser Freude haben wir danach bei Freunden die SRF-Sendungen "Hüttengeschichten" geschaut, dank denen wir noch einmal bei Bruno und seiner liebenswürdigen Familie im Rifugio Saoseo sein durften:
http://www.srf.ch/sendungen/srf-bi-de-luet-huettengeschichten
Danke für alles! Wir kommen gerne wieder...
TOURDATEN
Aufstieg: 435m
Abstieg: 435m
Strecke: 10.0km
Reine Wanderzeit: 2.5h
Start- und Endpunkt: Parkplatz Sfazu
Tiefster Punkt: 1'622 M.ü.M. (Parkplatz Sfazu)
Höchster Punkt: 2'028 M.ü.M. (Lagh da Saoseo)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1278, La Rösa
Beste Wanderzeit: Juni-Oktober
Unser Tourdatum: 19.-20.10.2014
Besonderes: Die Lärchen im Gebiet sind Ende Oktober am schönsten goldig. Es kann jedoch schon früh sehr viel Schnee liegen. Das Refugio Saoseo (SAC) ist ein gemütlicher Familienbetrieb, welcher jeweils bis Ende Oktober geöffnet hat (http://www.saoseo.ch).
Nach den Erlebnissen am Palpuognasee freuten wir uns auf die angekündigten drei Schönwettertage. Um die klare Sicht und die Herbstfarben zu geniessen, beschlossen wir auf Muottas Muragl zu fahren. Von der Bergstation aus hatten wir einen prächtigen Rundblick auf das Oberengadin und die leuchtenden Lärchenwälder. Von hier marschierten wir gemütlich zur Talstation hinunter. Goldgelbe Lärchen säumten den Weg und wir mussten immer wieder stehen bleiben um die Kameras zu zücken. Danach statteten wir selben Tags noch einmal dem Morteratschtal einen Besuch ab. Hier hatte sich das Herbstgold schon etwas verändert, war aber immer noch ein echter Augenschmaus.
In jeder Nacht beeindruckte uns zudem der Blick in den klaren Sternenhimmel. Da kamen wir uns so klein vor, unter diesen funkelnden Sternen, welche aus Milliarden von Einzelsonnen bestehen. Dank der äusserst schwachen Lichtverschmutzung des Engadins zeichnete sich auch unsere Galaxie, die Milchstrasse klar und deutlich ab.
Zu guter Letzt stand dann noch ein Tagesbeginn am Lej da Staz (Stazersee) auf dem Programm. Noch im Finstern erreichten wir diesen kleinen, von Wald umgebenen Moorsee, nahe von St. Moritz. Zuerst wurde unsere Stimmung ein Wenig gedämpft, da dichter Nebel über das Wasser schlich. Doch ab und zu klarten die Nebelwogen auf und gaben den Blick frei auf das Engadin im ersten Tageslicht. Es benötigte viel Ausdauer um drei Stunden lang in eisiger Kälte auf die ersten Sonnenstrahlen zu warten, lohnte sich aber schlussendlich doch noch.
Danke Thomas für die tollen Tipps!
Gegen Mittag verliessen wir das Engadin in Richtung Puschlav. Doch davon ein nächstes Mal.
TOURDATEN (Wanderung Muottas Muragl - Punt Muragl)
Aufstieg: 0m
Abstieg: 716m
Strecke: 6km
Reine Wanderzeit: 1,5h
Tiefster Punkt: 1'738 M.ü.M. (Talstation Muraglbahn)
Höchster Punkt: 2'454 M.ü.M. (Bergstation Muraglbahn)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25:000, Blatt 1257, St. Moritz
Beste Wanderzeit: Juli-Oktober
Unser Tourdatum: 18.10.2014
Besonderes: Von Muottas Muragl aus bieten sich auch noch andere, interessante Wanderungen an, beispielsweise hinauf zum Lej Muragl oder hinunter nach Pontresina (weniger Steil).
In den Herbstferien, welche wir im Oktober genossen, beschlossen wir trotz dem unsicheren Wetterbericht mit unserem alten VW-Joker Bus ins Engadin zu tuckern. Dort hatten wir uns verschiedene Plätzchen ausgesucht, um die Herbstfarben zu dokumentieren. So starteten wir am prächtigen Palpuognasee am Albulapass. Das klare und spiegelblanke Wasser war von leuchtendgelben Lärchen gesäumt, doch das Wetter verschlechterte sich hier zusehends, sodass es uns nichts brachte, am Pass zu übernachten und die Morgenstimmung abzuwarten. Regentropfen klopften am Morgen auf's Dach unseres Wagens. Also zogen wir weiter, in Richtung Morteratsch, wo wir den engagierten Schweizer Naturfotografen, Tobias Ryser, endlich mal "in Echt" kennenlernen durften. Danke Tobi! Das Wetter hatte sich erfreulich entwickelt, sodass wir im Gletschervorfeld doch noch einige schöne Herbstmotive erhaschen konnten.
Doch dann kam der angekündigte Regen und wir entschlossen uns dazu, nach Scuol zu fahren um die Zeit im Thermalbad zu geniessen. Am nächsten grauen Tag, erkundeten wir ein Gebiet im Schweizerischen Nationalpark, in welchem wir noch nie unterwegs waren. Es war ein Glücksfall, dass wir uns für das Val Cluozza, nahe Zernez, entschieden. Dieses wilde, urwüchsige Bergtal verzauberte uns trotz des schlechten Wetters. Die steile Tour zehrte jedoch ganz schön an unseren Kräften. Hier waren wir ganz bestimmt nicht das letzte Mal!
Danach folgte der Übergang zu drei sonnigen Tagen. Den Wetterwechsel verfolgten wir am Ufer des Silsersees mit Blick auf das majestätische Massiv des Piz Corvatsch. Wahnsinn, wie sich dieses am Abend knallrot verfärbte, gefolgt von einer genialen blauen Stunde. Das Lärchengold war ebenfalls perfekt.
Zum Schluss dieses Teils übernachteten wir wiederum auf dem Albulapass um es mit der Morgenstimmung am Palpuognasee noch einmal zu versuchen. Diesmal stimmte alles, doch es war ein eiskalter Morgen mit Bodenfrost. Was für ein schönes Fleckchen Erde.
Fortsetzung folgt!
TOURDATEN (Wanderung ins Val Cluozza)
Aufstieg: 1'074m
Abstieg: 1'074m
Strecke: 13km
Reine Wanderzeit: 5,0h
Tiefster Punkt: 1'485 M.ü.M. (Parkplatz Gemeinde Zernez)
Höchster Punkt: 2'126 M.ü.M. (Wanderweg bei "Fops")
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: 1:25:000, Blatt 1218, Zernez
Beste Wanderzeit: Juli-Oktober
Unser Tourdatum: 16.10.2014
Besonderes: Die Cluozzahütte ist in dieser Jahreszeit bereits geschlossen und auf dem ganzen, steilen Weg gibt es keine Verpflegungsmöglichkeit. Gute Schuhe und genügend zu Trinken sind absolute Voraussetzung!