Montag, 24. Juli 2017

Sardinien 3: Die Inselperlen La Maddalena und La Caprera

Das letzte Drittel unserer Sardinienreise verbrachten wir auf den kleinen, nördlich gelegenen Inseln La Maddalena und La Caprera. Bei letzterer handelt es sich um ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen, wunderbaren Küstenabschnitten und vielen idyllisch angelegten Wanderwegen. Caprera ist über eine Strassenbrücke mit La Maddalena verbunden. 
Die Überfahrt nach La Maddalena erfolgt jeweils mit einer Fähre (20min Fahrt) ab Palau. Das Hotel hatten wir direkt am Hafen der Ortschaft La Maddalena.

Nachdem wir das Zimmer im Hotel Excelsior bezogen hatten und an der Cala Carlotto ein Picknick genossen, spazierten wir der Dünenlandschaft der Cala Trinità entlang. Hübsche Wolken verzierten dem Himmel, aber es wehte immer noch ein starker, kühler Wind.

Die nächsten Tage standen jedoch ganz im Zeichen von La Caprera, welche wir zu Fuss ausgiebig erkundeten. Dabei fanden wir immer wieder noch schönere Buchten. Gestartet sind wir im Süden, bei der prächtig gelegenen Spiaggia di Porto Palma. Besonders abwechslungsreich sind hier jedoch die Küstenabschnitte der Cala Napoletana, Cala Caprese und Cala Cottico. Zum Glück waren wir noch früh im Jahr unterwegs, sodass die Strände noch ziemlich einsam waren. Im Sommer tummeln sich hier Hundertschaften mit ihren Booten. Während wir an der Cala Napoletana eine glühende Abendstimmung erlebten und dann in der Dämmerung zum Auto zurückwanderten, präsentierte sich uns die Cala Cottico, mit ihrem etwas felsigen Zugangsweg, im schönsten Mittagslicht. Wir kamen nicht mehr aus dem Staunen, aufgrund des türkisblauen, glasklaren Wassers. Hier erfuhren wir auch, dass zwei Einheimische diesen Strand freiwillig sauber halten und nebenbei auch noch die schüchterne Strandkatze füttern. Ein kurzes Bad, im noch sehr kühlen Wasser, konnten wir uns da natürlich nicht verkneifen.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts, unternahmen wir noch eine Rundwanderung von der Cala Caprese, über die Cala Napoletana zum Punta Crucitta. Auf perfekt markierten und ausgeschilderten Wegen bewunderten wir zahlreiche schöne Gesteinsformationen. Ganz besonders gefiel uns der etwas abseits vom Weg gelegene Felsbogen, welchen wir eigentlich am Tag unserer Abreise noch im Morgenlicht besuchen wollten. Doch leider präsentierte sich der Himmel wolkenverhangen. Diese schöne Rundwanderung beschreiben wir Euch unten.

Natürlich ist da auch noch das schmackhafte, vielseitige Italienische Essen zu erwähnen, welches wir in den "Strandbeitzli" von La Maddalena immer wieder genossen. Oftamls sassen wir jedoch noch weitgehend alleine in den Restaurants.

Zusammengefasst entdeckten wir während unseren Sardinienferien viele abwechslungsreiche Landschaften von bezaubernder Schönheit. Die Krönung war jedoch definitiv das Naturschutzinselchen La Caprera.

TOURDATEN (Norden von La Caprera)
Aufstieg: 300m
Abstieg: 300m
Strecke: ca. 4,5km
Reine Wanderzeit: 2,0h
Start- und Endpunkt: Kleiner Parkplatz Batteria Arbuticci - Memoriale Giuseppe Garibaldi
Tiefster Punkt: 150 M.ü.M. (Kleiner Parkplatz)
Höchster Punkt: 200 M.ü.M. (Unterwegs auf dem Rundweg)
Schwierigkeit: T1
Swisstopo Karte: Fintoys Karte 1:25'000 "Archipelago di La Maddalena"
Beste Wanderzeit: Mitte April bis Ende Mai
Unser Tourdatum: 25.04.16
Besonderes: Entlang der Wege gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten, jedoch stets gute Beschilderung mit Zeitangaben. Die Buchten selbst sind zur Hochsaison total überlaufen.
















Sonntag, 9. Juli 2017

Sardinien 2: Zwischen Meer und Bergen

Trotz unserer Konzentration auf die Nordküste Sardiniens, liessen wir es uns nicht nehmen, mal noch einen dreitätigen Abstecher an die Ostküste und das Gebiet um Orosei zu unternehmen. Das Ziel war die Besteigung des Supramonte, einem gewaltigen, freistehenden Bergmassiv. Unterschätzt hatten wir dabei, dass im Gebiet der Cala Liberotto noch alle Agriturismos geschlossen hatten und so verwies man uns für die Übernachtung an das Tirreno Ressort: ein wirklich toller Tipp. Zwar kommt man sich in diesem riesigen Hotel vor wie in einer Schwizer Enklave, dafür ist es jedoch hervorragend gelegen, bietet prächtige Gartenanlagen, gemütliche Zimmer und natürlich, ein unglaubliches Buffet, bei welchem auch das Auge mitisst. So wurden wir also während unserem Kurzaufenthalt nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, sodass wir unsere Bertour richtig gestärkt in Angriff nehmen konnten.

Natürlich machte es uns auch Spass, die wundervolle Küste der Cala Liberotto zu erkunden und zwar in allen Tagesstimmungen. Das klare, türkisblaue Wässerchen lud uns sogar zum Baden ein und vor lauter Begeisterung verzichteten wir am einen Abend auf das lockende Buffet um die Abendstimmung am Meer nicht zu verpassen. Auch am frühen Morgen hatten wir Glück und standen, zusammen mit einer anderen Familie, ganz alleine an der Felsküste um den Tag zu begrüssen. Glutrot ging die Sonne direkt am von wenigen Wölklein verzierten Horizont auf. Was für ein Spektakel, während die anderen Feriengäste im Ressort noch alle schliefen. Hier konnte die kleine Lara unser Hochgefühl sicherlich spüren und ebenfalls das Rauschen des Meeres hören.

Die Wanderung auf den Supramonte (Punta Corrasi) war auch eine Klasse für sich. Zuerst ist hier auf einer ziemlich wilden Strasse die Anfahrt von Oliena bis auf ca. 900 Meter über Meer zu bewältigen. Die Spuren an unserem Auto sind leider heute noch zu sehen, doch aufgrund von Sandras Schwangerschaft wollten wir so hoch oben wie möglich starten. Doch als die Strasse zu ruppig wurde, liessen auch wir den Wegen stehen. Es lohnte sich durchaus, denn die Aussichten waren grandios und der Wechsel der Landschaft auf dem felsigen Hochplateau absolut beeindruckend. Die Wege sind gut markiert und unterwegs trafen wir sogar noch auf eine seltene, endemische Pfingstrose. Vom Gipfel auf 1'463m glaubt man, die ganze Insel überblicken zu können. Prächtige Wolkenstimmungen steigerten die Spannung noch zusätzlich. Man könnte diese Wanderung auch als Rundwanderung wählen, doch wir haben uns für den Rückweg auf derselben Route entschieden. Die Tour beschreiben wir Euch unten näher, mit den wenigen Infos, welche wir ausfindig machen konnten.

Schlussendlich, auf dem Rückweg in den Norden, unternahmen wir noch einen Abstecher in ein kleineres Gebirge, wo wir mit Orchideen und anderen Blumen doch noch auf die Rechnung kamen. Direkt am Strassenrand blühte die hübsche Wespen-Ragwurz. Was für eine Freude!

TOURDATEN (Auf den Punta Corrasi)
Aufstieg: 500m
Abstieg: 500m
Strecke: ca. 4km
Reine Wanderzeit: 4,0h
Start- und Endpunkt: Kleiner Parkplatz in einer Kurve
Tiefster Punkt: 900 M.ü.M. (Kleiner Parkplatz)
Höchster Punkt: 1'463 M.ü.M. (Punta Corrasi)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: Kein Kartenmaterial verfügbar!
Beste Wanderzeit: Mitte April bis Ende Mai
Unser Tourdatum: 19.04.16
Besonderes: Das Strässchen auf den Berg erfordert beinahe einen 4WD. Ganz oben kann es nicht mehr befahren werden und ist teilweise abgerutscht. Ansonsten ist der Weg sehr gut markiert. Unbedingt genügend Flüssigkeit mitnehmen! Ausführliche Infos zu dieser Wanderung: Reise Know-How, Sardinien, 46 Wanderungen, ISBN: 978-3-8317-2110-8, Tour Nr. 31. 


















Sonntag, 2. Juli 2017

Sardinien 1: Die wilde Schönheit der Nordküste

Irgendwie muss das Leben nun für uns weitergehen und so wollen wir für Euch auch unser Fototagebuch weiterführen, mit den Rückblicken auf unsere schönsten Erlebnisse in fotografischer Hinsicht. Vieles wird jedoch nie mehr so sein, wie vor dem unvorhersehbaren Tod unserer kleinen Lara. Das Leben prägt und verändert uns stets... In den nächsten drei Beiträgen blicken wir trotzdem zurück, auf unsere Frühlingsferien auf Sardinien, welche wir sozusagen zu dritt verbrachten, als kleine Familie. 

Im ersten Beitrag entführen wir Euch an die Nordküste der Mittelmeerinsel, zwischen Isola Rossa, Santa Teresa di Gallura und Palau. Hier gibt es einzigartige Küstenabschnitte mit schroffen Felsen und idyllischen Stränden zu bewundern. Auch ein Ausflug zum Bergdörflein Aggius und zum Stausee Lago del Liscia, im Landesinnern, zeigen wir Euch kurz. Etwas vom Schönsten war für uns jedoch die Küste bei Isola Rossa, mit dem wohlklingenden Namen "Punta li Canneddi". Die roten, schroffen Felsen im warmen Abendlicht, in Kombination mit dem klaren, türkisblauen Wasser, waren einfach nur zauberhaft. Leider fühlte sich Stef mit Husten und Gliederschmerzen an diesem Abend nicht ganz auf der Höhe, sodass wir den Sonnenuntergang nicht mehr abwarten konnten. Trotzdem sind einige schöne Aufnahmen vom Kap entstanden

Aber auch bei Palau fanden wir zauberhafte Küstenabschnitte. Unser einsames Liebslingssträndchen suchten wir insgesamt dreimal auf und trafen immer wieder andere Verhältnisse an. Im Allgemeinen begleitete uns in den Ferien ein starker, kühler Frühlingswind, welcher das Meer regelrecht aufpeitschte. Die Wolken am Himmel waren unberechenbar, sorgten jedoch für spannende Stimmungen. Und zu guter Letzt möchten wir auch noch vom Capo Testa schwärmen, welches man auf einem etwas schlecht markierten Rundweg erkunden kann. Dieses Gebiet zählt ebenfalls zu den schönsten Küstenabschnitten des sardischen Nordens. Die Rundwanderung durch die bizarren Gesteinsformationen beschreiben wir Euch unten.

Rückblickend auf die dreiwöchigen Sardinienferien können wir sagen: mit den Unterkünften etwas Pech gehabt, relativ kühle Temperaturen, einheimische Orchideen aufgrund des trockenen Winters bereits verblüht, dafür aber geniale Küstenabschnitte und Stimmungen!

TOURDATEN (Rundwanderung Capo Testa)
Aufstieg: 300m
Abstieg: 300m
Strecke: ca. 4km
Reine Wanderzeit: 2,0h
Start- und Enpunkt: Parkplatz Capo Testa (Ende der Strasse)
Tiefster Punkt: 0 M.ü.M. (Strand Cala Grande)
Höchster Punkt: 100 M.ü.M. (Felshügel im Zentrum des Kaps)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: Kein Kartenmaterial verfügbar!
Beste Wanderzeit: Mitte April
Unser Tourdatum: 14.04.16
Besonderes: Die Wegspur ist sehr schlecht markiert (orange Punkte), kann jedoch mit etwas Orientierungsvermögen trotzdem gefunden werden. Die Route lässt sich beliebig verlängern und verkürzen. Ein prächtiges Plätzchen für einen Drink findet sich nahe beim Parkplatz am Ende der Zufahrtsstrasse auf das Kap. Das Bistro unter weissen Sonnenschirmen bietet einen schönen Ausblick auf das türkisblaue Meer.


















Sonntag, 28. Mai 2017

Ein Engelein auf Kurzbesuch

Es geschieht manchmal,
dass eine Seele die Erde nur streift.
Ihr Kommen und Gehen fallen in Eins.
Doch ihr kurzes Verweilen war nicht umsonst,
denn es berührt die Herzen all derer,
die sie erwartet haben.

(Stärnechind)
 

Auch das gehört leider zu unseren Leben, zu unserem Tagebuch!

Als Naturfotografen wissen wir, wie schnell das Wetter wechseln kann und wie überraschend die Nacht über einen hereinbrechen kann. Sieben wundervolle Monate durften wir zusammen mit unserem kleinen Engelein, Lara, die schönsten Seiten der Welt erkunden. Auch wenn sie im wohlig warmen Mutterbauch noch nichts davon sehen konnte, so fühlte sie doch all unsere Emotionen, unsere Lebensfreude und hörte die Stimmen von uns und von der Umgebung. Im Tessin, letzten Herbst, durften wir unser kleines Kindlein empfangen und letzte Woche hat es uns ebenfalls im Tessin wieder verlassen, wohl genau an diesem Abend in Foroglio (Val Bavona). Niemand weiss warum, niemand kann es sich erklären.

Da sitzt der Schock tief und wir wissen nicht mehr wie weiter, in unseren Leben. Doch ein Trost bleibt uns ewig: Lara empfing all unsere Liebe und durfte trotz allem in einer wunderbaren, natürlichen Geburt auf die Welt kommen (danke an alle, welche uns im Spital Thun so hingebungsvoll umsorgt haben). Danach blieb sie wenige Tage bei uns. Nun hat uns jedoch ihr zartes, feines Körperchen wieder verlassen müssen.

Liebe Lara, wenn wir in den Nachthimmel blicken, so sind wir sicher, dass Du ein Sternchen davon bist, welches liebevoll auf uns herniederschaut. Wir danken Dir, für die schöne, unvergessliche, gemeinsame Zeit und werden Dich, liebes "Purzeli", nie mehr in unseren Leben vergessen, denn Du wirst für immer unser Kind, unser kleines Engelein bleiben! Für kurze Zeit nur, waren wir eine Familie. Danke und mach' es gut!

Deine Mami und Dein Vati 





Donnerstag, 11. Mai 2017

Früh unterwegs auf Blümchensuche im Jura

Bevor wir uns in die Ferien nach Sardinien verabschiedeten, statteten wir noch dem Jura einen Besuch ab. Wir wollten uns, wie bereits aus Tradition, den Schachblumen in Les Brenets widmen und die Logis im Hotel Les Rives du Doubs geniessen. Wiederum empfing man uns herzlich und öffnete das Hotel extra für uns. Das ist alles andere als selbstverständlich. Sogar gekocht hat man für uns à la Carte und was für ein Menü! Man merkt es: wir sind wirklich begeistert!  :-)

Dabei waren wir uns bewusst, dass wir noch sehr früh unterwegs waren, aber trotzdem wollten wir uns den Ausflug nicht nehmen lassen, welcher doch noch einige Überraschungen zu bieten hatte. Natürlich statteten wir auch dem Saut du Doubs einen Besuch ab und genossen die Stille der Wälder. Am Morgen freuten wir uns dann schon auf die Schachblumen, am Ufer des Doubs. Es waren doch schon einige ganz schöne Exemplare aufgeblüht. Im Sonnenlicht wollten wir sie für einmal richtig künstlerisch darstellen. So krochen wir weit über eine Stunde lang vorsichtig am Boden umher und suchten nach dem perfekten Motiv. Gar kein einfaches Unterfangen, in diesem dürren Gras.

Eine weitere Überraschung erlebten wir dann auf der Rückfahrt über den Vue des Alpes Pass. Hier waren bereits die ersten Aprilglockenfelder aufgeblüht und zogen uns in ihren Bann. Da mussten wir unser "gelbes Wägeli" am Strassenrand abstellen und "weiter botanisieren". Zu unserer Verblüffung blühten dieses Jahr Anfang April die Aprilglocken gleichzeitig mit den Krokussli und den Schlüsselblümchen. Stellenweise fanden wir einen solch' kompakten Teppich von niederen Aprilglocken vor, dass wir beinahe nicht wussten, wo abstehen. Das wechselhafte Wetter mit seinen sonnigen und wolkenverhangenen Abschnitten, brachte zusätzliche Spannung in die Motive.

Unglaublich wie da die Zeit vergeht und man alles um sich vergessen kann!

TOURDATEN (Les Brenets - Saut du Doubs)
Aufstieg: 150m
Abstieg: 150m
Strecke: ca. 7km
Reine Wanderzeit: 2,0h
Tiefster Punkt: 736 M.ü.M. (Saut du Doubs)
Höchster Punkt: 854 M.ü.M. (Tête de Calvin)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25'000, Blatt 1143, Le Locle
Beste Wanderzeit: Mitte April
Unser Tourdatum: 03.04.16
Besonderes: Wie oben erwähnt, lohnt es sich im perfekt gelegenen, preisgünstigen Hotel "Les Rives du Doubs" (http://www.rives-du-doubs.ch) zu übernachten und zu Essen. Die Küche ist ein Gaumenschmaus und der Service familiär, persönlich!