Da das Wetter für die Landschaftsfotografie so ziemlich ungeeignet ist und wir uns jeden Sonnenstrahl erstehlen müssen, widmeten wir uns in den vergangenen Wochen weiterhin vorwiegend der Blumenfotografie. Dazu sind wir noch einmal zu "unserer" Orchideenwiese in der Chablais (Waadt) gefahren, wo wir schon im April von der Menge der sonst so seltenen Spinnen-Ragwurz überrascht wurden. Anfang Mai hatte sich die Wiese total verändert. Das Gras war zwischenzeitlich kräftig gewachsen, dafür war es die Zeit der Hummel-Ragwurz, des Kleinen Knabenkrauts, des Brandknabenkrauts und der Puppenorchis. In all den wunderschönen Orchideen fanden wir auch einige Hybriden, also eine Mischung aus Spinnen- und Hummel-Ragwurz. Erst nach einigen Stunden setzten wir uns wieder ins Auto und begannen unsere eigentlich vorgesehene Wanderung am Rhoneknie, in Les Follatères.
Mit der kleinen Seilbahn ging's von Dorénaz (451m) nach Alesse-Combe (1'124m). Von hier führt der Weg durch lichte Eichenwälder, Geröllhalden und blumenreiche Wiesen in Richtung Branson. Wir staunten über den Reichtum an Holunder-Fingerwurz, Kleinem und Blassem Knabenkraut und kamen nur langsam vorwärts. Immer wieder genossen wir auch den einzigartig schönen Ausblick hinunter auf Martigny. Bloss schade, dass der Autobahnlärm das ganze Tal erfüllt. Kurz vor Branson zweigt der Weg wieder in Richtung Rohneknie (Felszähne von Les Follatères) ab. Die letzten 2,5km müssen leider entlang der asphaltierten Strasse zurückgelegt werden. Insgesamt jedoch eine spannende, absolut abwechslungsreiche und botanisch hochinteressante Wanderung!
TOURDATEN
Aufstieg: 0m
Abstieg: 673m
Strecke: 11km
Reine Wanderzeit: 2,5h
Tiefster Punkt: 451 M.ü.M. (Dorénaz)
Höchster Punkt: 1'124 M.ü.M. (Bergstation Combe)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karten: 1:25‘000, Blatt 1305, Dent de Morcles und 1325, Sembrancher
Beste Wanderzeit: Das ganze Jahr hindurch ausser im Hochsommer (enorme Hitze!).
Besonderes: Im Spätwinter blühen in den Felsen von Les Follatères auch zahlreiche Küchenschellen, Adonisröschen und Frühlings-Lichtblumen.
Das Krokusmeer am Rämisgummen im Emmental ist weit herum bekannt und so wollten auch wir einmal diese farbenfrohe Pracht fotografieren und geniessen. Im April-Mai machten wir uns daher gleich dreimal auf, um den Rämisgummen zu erkunden. Beim ersten Mal fanden wir erst vereinzelte Krokusse vor und das grosse, allbekannte Feld lag noch unter dem Schnee, dafür schmückten hübsche Fotografenwolken den Himmel. Die Wächten auf dem Grat präsentierten sich noch meterhoch! Ende April hatten wir dann riesiges Glück und durften einen perfekten Sonnenuntergang am Rämisgummen geniessen. Auf einem gemütlichen Abendspaziergang schlenderten wir vom „Parkplatz“ Chäserenegg über den Rämisgummehoger (1'300m), der Kantonsgrenze (BE/LU) entlang zum hinteren Rämisgummen, wo Millionen von Krokussen blühen. Dieser weisse-blaue Teppich begeistert jeden, nicht nur uns Naturfotografen! Gleich in den ersten Maitagen durften wir diese schöne Landschaft auch noch unseren Eltern zeigen. Schon wieder hatte sich die Natur grundlegend verändert und alles war viel grüner.
Ein gemütlicher Spaziergang zu einem kleinen, alljährlich stattfindenden Naturwunder, welchen wir jedem Naturliebhaber empfehlen können…
TOURDATEN
Aufstieg: 85m
Abstieg: 85m
Strecke: 4km
Reine Wanderzeit: 0,75h
Tiefster Punkt: 1'236 M.ü.M. (Hinder Rämisgumme)
Höchster Punkt: 1'300 M.ü.M. (Rämisgummehoger)
Schwierigkeit: T1
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1188, Eggiwil
Beste Wanderzeit: Normalerweise Mitte April für Krokushochblüte.
Besonderes: Wer sich auf gut emmentalische Kost freut, kann sich in den Bergrestaurants Geissholle (nur 1km von der Chäserenegg) oder im Blappach wunderbar verköstigen. Vom Rämisgummehoger ist der Blick in die Berner Alpen besonders schön.
Der Frühling 2013 bietet uns leider absolut kein Wetter für die Landschaftsfotografie. So widmeten wir uns halt in den vergangenen Wochen vermehrt der Fotografie von seltenen Blumen im Kanton Wallis und in der Chablais (Waadt). Zwischendurch hatten wir das Glück, immer wieder einige trockene Momente zu erwischen und auch die Flora war uns wohlgesinnt. Überall wo wir hinkamen standen die sonst so selten vorkommenden, bunten Blumen in grossen Mengen in voller Blüte. Zuerst statteten wir den Adonisröschen und den Küchenschellen bei La Charrat sowie den Lichtblumen oberhalb von Ausserberg eingehende Besuche ab, dann widmeten wir uns voll und ganz den einheimischen Orchideen, welche teilweise bloss an einigen wenigen Standorten in der Schweiz vorkommen. Es sind dies die Spinnen-Ragwurz, das Kleine Knabenkraut und die Puppenorchis. Die Spinnen-Ragwurz (Ophrys Sphegodes) scheint wohl in der Chablais hervorragende Verhältnisse vorzufinden. Zu unserer Verwunderung blühten hier, wenn auch mit drei Wochen Verspätung, tausende von solchen Orchideen. Man beachte, dass diese sehr anspruchsvolle Blume sonst nur an acht Standorten im ganzen Land vorkommt. Dem dortigen Bauern sollte für seine Orchideenwiese ein Orden verliehen werden!
Als Wanderung beschreiben wir Euch nachfolgend den Weg von Gampel-Steg nach Eischoll (VS), welcher durch die prächtigen Frühlings-Lichtblumenfelder führt.
Nun können wir nur noch auf einen wettermässig beständigeren Mai hoffen!
TOURDATEN
Aufstieg: 587m
Abstieg: 598m
Strecke: 14km
Reine Wanderzeit: 5,0h
Tiefster Punkt: 632 M.ü.M. (Gampel-Steg)
Höchster Punkt: 1'219 M.ü.M. (Eischoll)
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1288, Raron
Beste Wanderzeit: Ende März, Anfang April (für Lichtblumen)
Besonderes: Die wohl bedeutendsten und schönsten Lichtblumenfelder befinden sich im Lerchacher, an der Strasse nach Eischoll und in der Habere. Hier breitet sich jeweils ein rosaroter Teppich aus!
Ein Ausflug voller Lichtspielereien!
03:30 Uhr: der Wecker riss uns aus dem Schlaf. Irritiert standen wir auf. Och was tun wir uns da immer an, um eine besondere Stimmung auf unseren Chip zu bannen? Nach unserer zuerst getätigten Recherche sollte es am Creux du Van an diesem Tag nochmals schöne, vereiste Bäume haben. So machten wir uns auf, hinaus in die finstere Nacht.
Nach einer Stunde Aufstieg erreichten wir den liebgewonnenen Felsbogen. Das orange Licht begann dem Alpenkamm entlang intensiv zu leuchten. Die knorrigen Bäume waren von einer Seite wahrhaftig voll und ganz mit Schnee behangen und gaben vor der zarten Morgenstimmung prächtige Motive ab. Still bewunderten wir, wie das erste, warme Sonnenlicht langsam über die Landschaft strich. Ein Schauspiel der Extraklasse!
Diesmal wollten wir die Gegend um den Creux du Van noch etwas besser erkunden und wendeten uns nach dem Sonnenaufgang südwärts zum kleinen Weiler Crêt aux Moines. Die verpuderten Bäume rund um die Ferienhäuser begeisterten uns enorm. Es herrschte nochmals tiefer Winter und wir genossen die Sonne und den Ausblick in die Alpen, während wir versuchten die Bäume möglichst schön im Gegenlicht in Szene zu setzen. Stef hatte sein altes 20mm Nikkor-Objektiv wieder ausgegraben, welches in Sachen Schärfe nicht zu toppen ist. Unterwegs fanden wir sogar noch den Standort der "Chalet-Yeti-Cam", welche wir im Internet immer begutachten.
Erneut waren wir begeistert vom Gebiet um den Creux du Van, welches abwechslungsreicher nicht sein könnte…
Damit verabschieden wir uns nun endgültig vom schneereichen Winter 2012/13.
TOURDATEN
Aufstieg: 240m
Abstieg: 240m
Strecke: 10km
Reine Wanderzeit: 2,5h
Tiefster Punkt: 1‘261 M.ü.M. (Parkplatz Grand Mont)
Höchster Punkt: 1'464 M.ü.M. (Gipfelkreuz Creux du Van)
Schwierigkeit: T1
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1162, Travers
Beste Wanderzeit: Dezember-März (Für Winterwanderung)
Besonderes: Gegenüber den anderen, hier bereits beschriebenen Wanderungen, kann die Route in südlicher Richtung durch ein kleines Tal und eine Anhöhe bis zum Ferienweiler Crêt aux Moines verlängert werden. Von hier bietet sich eine fantastische Aussicht!