Freitag, 19. Dezember 2014

Puschlav: Die Schönheit des Lagh da Saoseo

Es ist immer wieder schön, an einen Platz zurück zu kommen, welcher einem lieb ist. So beschlossen wir von Sonntag bis Montag bei dem schönen Herbstwetter, dem Rifugio Saoseo (SAC) und dem nahen, wunderbaren See einen Besuch abzustatten. Dabei wollte es der Zufall, dass es in Brunos Hütte auch noch zu einem erneuten Treffen mit unserem Bergfreund Andreas Wick kam, welchen wir vor genau zwei Jahren in dieser SAC-Hütte kennenlernen durften. Das mussten wir natürlich zusammen mit Bruno mit einem "Grünen" begiessen.

Doch zuerst widmeten wir uns eingehend dem wunderschönen Waldsee im Nachmittagslicht. Das Wasser war diesmal noch nicht gefroren und die Lärchen leuchteten wie pures Gold. Zuerst tummelten sich noch viele Leute um dieses Ausflugsziel Nummer 1 im Puschlav, doch schon bald wurde es ruhiger. So umrundeten wir den Saoseo gemütlich und mit viel Zeit der Uferlinie entlang. Dabei fanden wir immer wieder neue, attraktive Motive. Zwischendurch legten wir uns auch mal an die wärmende Sonne und genossen einfach nur die Strahlen, welche uns sanft streichelten. Das Abendrot präsentierte sich danach leider etwas verhalten. So beschlossen wir, schon bald gegen die Hütte abzusteigen und das üppige Nachtessen bei Brunos Familie zu geniessen. Mit unseren Freunden hatten wir viel zu plaudern, während die Einheimischen am Nebentisch ein richtig südländisches Fest mit Nonnas, alten Liedern, Wein und allem was dazu gehört, feierten. Dementsprechend gestaltete sich dann auch die Nachtruhe ganz südlich temperamentvoll...

Am nächsten Tag hiess es schweren Herzens Abschied nehmen, von diesem paradiesischen Fleckchen Erde. Mit grosser Freude haben wir danach bei Freunden die SRF-Sendungen "Hüttengeschichten" geschaut, dank denen wir noch einmal bei Bruno und seiner liebenswürdigen Familie im Rifugio Saoseo sein durften:

http://www.srf.ch/sendungen/srf-bi-de-luet-huettengeschichten

Danke für alles! Wir kommen gerne wieder...

TOURDATEN
Aufstieg: 435m
Abstieg: 435m
Strecke: 10.0km
Reine Wanderzeit: 2.5h
Start- und Endpunkt: Parkplatz Sfazu
Tiefster Punkt: 1'622 M.ü.M. (Parkplatz Sfazu)
Höchster Punkt: 2'028 M.ü.M. (Lagh da Saoseo)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25‘000, Blatt 1278, La Rösa

Beste Wanderzeit: Juni-Oktober

Unser Tourdatum: 19.-20.10.2014
Besonderes: Die Lärchen im Gebiet sind Ende Oktober am schönsten goldig. Es kann jedoch schon früh sehr viel Schnee liegen. Das Refugio Saoseo (SAC) ist ein gemütlicher Familienbetrieb, welcher jeweils bis Ende Oktober geöffnet hat (http://www.saoseo.ch).












Montag, 15. Dezember 2014

Engadin: Das schöne Wetter kommt endlich...

Nach den Erlebnissen am Palpuognasee freuten wir uns auf die angekündigten drei Schönwettertage. Um die klare Sicht und die Herbstfarben zu geniessen, beschlossen wir auf Muottas Muragl zu fahren. Von der Bergstation aus hatten wir einen prächtigen Rundblick auf das Oberengadin und die leuchtenden Lärchenwälder. Von hier marschierten wir gemütlich zur Talstation hinunter. Goldgelbe Lärchen säumten den Weg und wir mussten immer wieder stehen bleiben um die Kameras zu zücken. Danach statteten wir selben Tags noch einmal dem Morteratschtal einen Besuch ab. Hier hatte sich das Herbstgold schon etwas verändert, war aber immer noch ein echter Augenschmaus.

In jeder Nacht beeindruckte uns zudem der Blick in den klaren Sternenhimmel. Da kamen wir uns so klein vor, unter diesen funkelnden Sternen, welche aus Milliarden von Einzelsonnen bestehen. Dank der äusserst schwachen Lichtverschmutzung des Engadins zeichnete sich auch unsere Galaxie, die Milchstrasse klar und deutlich ab.

Zu guter Letzt stand dann noch ein Tagesbeginn am Lej da Staz (Stazersee) auf dem Programm. Noch im Finstern erreichten wir diesen kleinen, von Wald umgebenen Moorsee, nahe von St. Moritz. Zuerst wurde unsere Stimmung ein Wenig gedämpft, da dichter Nebel über das Wasser schlich. Doch ab und zu klarten die Nebelwogen auf und gaben den Blick frei auf das Engadin im ersten Tageslicht. Es benötigte viel Ausdauer um drei Stunden lang in eisiger Kälte auf die ersten Sonnenstrahlen zu warten, lohnte sich aber schlussendlich doch noch.

Danke Thomas für die tollen Tipps!

Gegen Mittag verliessen wir das Engadin in Richtung Puschlav. Doch davon ein nächstes Mal.

TOURDATEN (Wanderung Muottas Muragl - Punt Muragl)
Aufstieg: 0m
Abstieg: 716m
Strecke: 6km
Reine Wanderzeit: 1,5h
Tiefster Punkt: 1'738 M.ü.M. (Talstation Muraglbahn)
Höchster Punkt: 2'454 M.ü.M. (Bergstation Muraglbahn)
Schwierigkeit: T2
Swisstopo Karte: 1:25:000, Blatt 1257, St. Moritz
Beste Wanderzeit: Juli-Oktober
Unser Tourdatum: 18.10.2014
Besonderes: Von Muottas Muragl aus bieten sich auch noch andere, interessante Wanderungen an, beispielsweise hinauf zum Lej Muragl oder hinunter nach Pontresina (weniger Steil).















Sonntag, 14. Dezember 2014

Engadin: Vom Palpuognasee in den Nationalpark

In den Herbstferien, welche wir im Oktober genossen, beschlossen wir trotz dem unsicheren Wetterbericht mit unserem alten VW-Joker Bus ins Engadin zu tuckern. Dort hatten wir uns verschiedene Plätzchen ausgesucht, um die Herbstfarben zu dokumentieren. So starteten wir am prächtigen Palpuognasee am Albulapass. Das klare und spiegelblanke Wasser war von leuchtendgelben Lärchen gesäumt, doch das Wetter verschlechterte sich hier zusehends, sodass es uns nichts brachte, am Pass zu übernachten und die Morgenstimmung abzuwarten. Regentropfen klopften am Morgen auf's Dach unseres Wagens. Also zogen wir weiter, in Richtung Morteratsch, wo wir den engagierten Schweizer Naturfotografen, Tobias Ryser, endlich mal "in Echt" kennenlernen durften. Danke Tobi! Das Wetter hatte sich erfreulich entwickelt, sodass wir im Gletschervorfeld doch noch einige schöne Herbstmotive erhaschen konnten.

Doch dann kam der angekündigte Regen und wir entschlossen uns dazu, nach Scuol zu fahren um die Zeit im Thermalbad zu geniessen. Am nächsten grauen Tag, erkundeten wir ein Gebiet im Schweizerischen Nationalpark, in welchem wir noch nie unterwegs waren. Es war ein Glücksfall, dass wir uns für das Val Cluozza, nahe Zernez, entschieden. Dieses wilde, urwüchsige Bergtal verzauberte uns trotz des schlechten Wetters. Die steile Tour zehrte jedoch ganz schön an unseren Kräften. Hier waren wir ganz bestimmt nicht das letzte Mal!

Danach folgte der Übergang zu drei sonnigen Tagen. Den Wetterwechsel verfolgten wir am Ufer des Silsersees mit Blick auf das majestätische Massiv des Piz Corvatsch. Wahnsinn, wie sich dieses am Abend knallrot verfärbte, gefolgt von einer genialen blauen Stunde. Das Lärchengold war ebenfalls perfekt.
Zum Schluss dieses Teils übernachteten wir wiederum auf dem Albulapass um es mit der Morgenstimmung am Palpuognasee noch einmal zu versuchen. Diesmal stimmte alles, doch es war ein eiskalter Morgen mit Bodenfrost. Was für ein schönes Fleckchen Erde.

Fortsetzung folgt!

TOURDATEN (Wanderung ins Val Cluozza)
Aufstieg: 1'074m
Abstieg: 1'074m
Strecke: 13km
Reine Wanderzeit: 5,0h
Tiefster Punkt: 1'485 M.ü.M. (Parkplatz Gemeinde Zernez)
Höchster Punkt: 2'126 M.ü.M. (Wanderweg bei "Fops")
Schwierigkeit: T3
Swisstopo Karte: 1:25:000, Blatt 1218, Zernez
Beste Wanderzeit: Juli-Oktober
Unser Tourdatum: 16.10.2014
Besonderes: Die Cluozzahütte ist in dieser Jahreszeit bereits geschlossen und auf dem ganzen, steilen Weg gibt es keine Verpflegungsmöglichkeit. Gute Schuhe und genügend zu Trinken sind absolute Voraussetzung!















Sonntag, 23. November 2014

Lauteraar: Erstes kommt es anders und Zweitens...

Seit vielen Jahren zählt das Lauteraargebiet an der Grimsel zu unseren beliebtesten Landschaften und Wanderzielen. Schon so oft haben wir die Lauteraarhütte besucht und jedes mal war es irgendwie anders. Es blieben die verschiedensten, unvergesslichen Erinnerungen.

Dieses mal hatten wir eigentlich genau die richtige Zeit getroffen: goldene Birkenblätter, orange Espen und prächtige Herbstgräser. Der Wetterbericht verhiess eigentlich Sonnenschein, auch wenn's im Süden aus Kübeln giessen sollte. Doch weit gefehlt: die Wolken drückten aus Süden über den Alpenkamm und wir sahen bereits am ersten Tag unserer Tour kein Fleckchen blauen Himmel! So hofften wir halt noch auf den kommenden Tag. Hinten bei der Hütte war es bereits still geworden und kein Mensch begegnete uns mehr. Eiskalte Windböen zogen uns da um die Ohren und in der Hütte schien die Temperatur noch kühler als draussen zu sein. Eine mulmige Stimmung breitete sich in uns aus, sodass wir beschlossen, draussen die Gesellschaft der Gämsen zu suchen. Diese liessen nicht lange auf sich warten und eine besonders zutrauliche Mutter mit ihrem Kitz gesellte sich ausserordentlich nahe zu uns. Da konnten wir die unwirtliche, bedrückende  Berg- und Wolkenwelt um uns etwas vergessen. Es war einfach wunderschön zuzuschauen, wie das geduldige Muttertier sein Junges säugte.

Nach einer stürmischen, unruhigen Nacht in der sonst eigentlich recht gemütlichen Hütte, blickten wir in den frühen Morgenstunden zum Fenster hinaus. Die Wolkenküche brodelte immer noch. So belichteten wir einige wenige Wolken-Vollmondbilder und kuschelten uns danach wieder unter die Decken. Auch auf dem Rückweg, welchen wir bald einmal in Angriff nahmen, mussten wir uns jede sonnige Sekunde erstehlen. Doch genau bei den schönsten Espen, am hinteren Ufer des Grimselsees, hatten wir Glück. Was für ein Herbstleuchten! Danach ging's schnurstracks dem Stausee entlang zurück zum Grimsel Hospitz.

Etwas gab uns jedoch noch zu denken. Wenn man es selbst nicht gesehen hat, so kann man nur schwer glauben wie stark sich der Unteraargletscher momentan zurückzieht. Der schuttbedeckte Eisstrom ist in vielen Teilen stark eingefallen und hat Oberflächenseen gebildet. Kein gutes Zeichen!

TOURDATEN
Aufstieg: 888m
Abstieg: 888m
Strecke: 20km
Reine Wanderzeit: 6,5h
Tiefster Punkt: 1'915 M.ü.M. (Ufer Grimselsee)
Höchster Punkt: 2'392 M.ü.M. (Lauteraarhütte)
Schwierigkeit: T4
Swisstopo Karte: 1:25:000, Blätter 1230, Guttannen und 1250, Ulrichen
Beste Wanderzeit: Juli-Oktober
Unser Tourdatum: 08.-09.10.2014
Besonderes: Die Lauteraarhütte ist ab Ende September bereits nicht mehr bewartet, weist jedoch einen Winterraum auf. Eine Reservation zum Voraus wird von der SAC-Sektion Zofingen auch zu diesem Zeitpunkt gefordert.